Die Einigung zwischen IndustriALL Bangladesh Council (IBC), dem Arbeitsministerium und dem Arbeitgeberverband BGMEA kam am 23. Februar 2017 zu Stande, nachdem einige internationale Bekleidungsunternehmen ihre Teilnahme an einer Konferenz der Bekleidungsindustrie (Dhaka Apparel Summit) absagten.
die Freilassung von 25 fälschlich inhaftierten Gewerkschaftsmitgliedern und Aktivist*innen.
die unrechtmäßigen Klagen gegenüber 11 Arbeiter*innen und Aktivist*innen fallen zu lassen.
Alle unrechtmäßig entlassenen 2600 Arbeiter*innen aus 65 Fabriken (darunter 215 Mitglieder von NGWF in 24 Fabriken) müssen wieder eingestellt werden
die von der Polizei geschlossenen Zweigstellen aller Gewerkschaftverbände in Ashulia (NGWF war hier in 12 von 19 Fabriken präsent, 6 davon wurden unrechtmäßig geschlossen) und anderen betroffenen Stadtteilen von Dhaka, müssen wieder eröffnet werden, sodass diese ihre Arbeit wieder aufnehmen können.
die sofortige Beendigung aller mutwilligen Versuche, 19 Fabrikgewerkschaften (darunter 12 von NGWF) aufzulösen.
die Arbeiter*innen von 84 Fabriken zu entschädigen, deren Arbeitslohn unrechtmäßig einbehalten wurde.
der Durchschnittslohn in allen Bekleidungsfabriken muss um fünf Prozent pro Jahr seit der letzten Lohnerhöhung vor drei Jahren angehoben werden, bisherige Zahlungsrückstände müssen gezahlt werden.
die Löhne sollten perspektivisch den Lebenshaltungskosten der Arbeiter*innen angepasst werden, um diesen durch einen angemessenen Lohn ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen („Living Wage“).
ein Ende der Schikane gegenüber sechs Gewerkschaftsführer*innen, u.a. durch die Einsicht und Kontrolle von Bankkonten der Gewerkschafter*innen.
Die Kampagne für Saubere Kleidung sorgt sich um die Sicherheit von GewerkschafterInnen und ArbeiterInnen in Bangladesch. Einige von ihnen waren scheinbar willkürlich festgenommen worden, während sich Tausende ArbeiterInnen in Ashulia, einer Gegend in Dhaka, an einem Streik für höhere Löhne beteiligt hatten. Der Streik begann am 12. Dezember 2016 in der Windy Apparels Fabrik, die erst vor kurzem in den Nachrichten in Verbindung mit dem Tod einer Angestellten im Oktober erwähnt wurde. Die Fabrik produziert Kleidung für mehrere Markenunternehmen, darunter H&M, Inditex (dem die Marke Zara gehört), Esprit, Tesco, Arcadia, s.Oliver und Debenhams. Innerhalb kürzester Zeit nahmen auch umliegende Fabriken an dem Streik teil. Am 20. Dezember 2016 wurden 59 Fabriken geschlossen.
The National Garment Workers Federation (NGWF) hat am 14. Oktober 2016 eine Kampagne für höhere Löhne in der bangladeschischen Bekleidungsindustrie gestartet. Unter dem Titel „Living wage…fair price of garment products” fordert die Gewerkschaft eine faire Entlohnung der rund 4,2 Millionen Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie (davon sind etwa 3,2 Millionen Frauen). Eine Demonstration durch die Hauptstadt Dhaka unter Beteiligung verschiedener nationaler sowie lokaler Gewerkschaften und anderer zivilgesellschaftlichen Organisationen machte auf die Belange der Arbeiter*innen aufmerksam.
Am 24. November 2012 brach ein Feuer in der Tazreen Fashions Textilfabrik in Bangladesh aus, bei dem 113 Arbeiter*innen ums Leben kamen und fast 200 verletzt wurden. Erst drei Jahre später im September 2015 wurde endlich auf Basis eines Abkommens zwischen C&A, der C&A Stiftung, IndustriALL Global Union, und der Clean Clothes Campaign die Stiftung für Entschädigung der Tazreen Opfer (Tazreen Claims Administration Trust, TCA) ins Leben gerufen.