FEMNET-Newsletter Nr. 2 - Juli 2012
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1. Solidaritätsfonds: Besuch bei Munnade in Indien, Entwicklungen in BangladeschEnde April 2012 hat die FEMNET-Vorstandsvorsitzende Dr. Gisela Burckhardt das Projekt Munnade in Indien besucht. Sie sprach mit den Aktivistinnen der lokalen Initiative von Textilarbeiterinnen, die versuchen gegen alle Widerstände eine lokale Gewerkschaft aufzubauen. FEMNET hat seit Ende 2011 für das Projekt im Rahmen des Solidaritätsfonds Spenden eingeworben. 2. FairSchnitt Erste Projektphase beendet: Studie vorgelegt, das Projekt geht weiter!Ende Mai lief die erste Projektphase des FEMNET-Projekts ‚FairSchnitt - Studieren für eine sozialgerechte Modeindustrie' aus. Zentrales Anliegen des Projektes ist es, die Lehrpläne der Hochschulen um Informationen zu den Lebensbedingungen und Rechten von Näherinnen in Zulieferbetrieben, Verhaltenskodizes von Unternehmen, Sozial- und Umweltstandards in der Wertschöpfungskette etc. zu erweitern. Das Projekt wurde für 12 Monate von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein Westfalen gefördert. Die FairSchnitt Projektreferentin Steffi Holz legte eine Studie, mit der Analyse der Lehrinhalte von sechs in Nordrhein-Westfalen untersuchten Hochschulen vor. Als ein Fazit kann festgestellt werden, dass in allen Studienrichtungen (Bekleidungstechnik und Management, Modedesign und Pädagogik) Nachhaltigkeitselemente zwar enthalten sind, aber in unterschiedlicher Tiefe und oft nicht ausreichend besprochen werden. Es hängt stark von den jeweiligen Dozenten ab, wie intensiv die Fragen von Sozial- und Umweltstandards behandelt werden. Um die Projektziele weiterzuverfolgen, hat FEMNET e.V. mehrere Förderanträge gestellt, die erfreulicherweise bewilligt wurden. Ab August 2012 wird Cornelia Korte als neue Projektreferentin die Arbeit von Steffi Holz fortsetzen. Wir danken Steffi Holz für Ihren Einsatz und ihr Engagement! Projektbüro eingerichtet 3. Save the date: Fair-Schnitt-Konferenz am 18. und 19.10.2012FEMNET e.V. führt am 18. und 19. Oktober 2012 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen eine Konferenz zu Ethik und Transparenz in der Bekleidungsindustrie durch. Die Veranstaltung findet im Rahmen unseres aktuellen Projekts "FairSchnitt - Studieren für eine sozial gerechte Modeindustrie" statt und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. Mit der Konferenz wendet sich FEMNET e.V. an Studierende, DozentInnen und ProfessorInnen modebezogener Ausbildungs- und Studiengänge. Ziel ist es, die TeilnehmerInnen für Sozialstandards zu sensibilisieren, die Themen Soziales und Nachhaltigkeit langfristig in der Ausbildung zu verankern und die Vernetzung unter den Hochschulen zu fördern. 4. Sumangali: Junge Frauen und Mädchen ausgebeutetDie Liste ausbeuterischer Systeme in der Textilbranche ist um eine Methode erweitert: Sumangali, das übersetzt ‚die glückliche Braut' bedeutet, ist ein an Sklaverei erinnerndes Prinzip, bei dem: Mädchen und junge Frauen - häufig aus der Kaste der Dalits, den ‚Unberührbaren' für drei Jahre und mehr an Textilfabriken im Süden Indiens regelrecht verkauft werden. Am Ende der Vertragszeit gibt es eine Prämie, oft nur wenige hundert Euro, die als Brautpreis dienen soll. Hält ein junges Mädchen die Vertragszeit mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht durch, war alles umsonst und sie bekommt fast nichts.
5. Aufruf und Protestmailaktion an Arbeitsministerin von der Leyen und an AldiDeutsche Unternehmensverbände und die Bundesregierung versuchen derzeit zu verhindern, dass die EU-Kommission eine Transparenz-Richtlinie verabschiedet, wonach Unternehmen zukünftig verpflichtet werden sollen, regelmäßig über die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf Umwelt und Menschen in der gesamten Lieferkette zu berichten. Durch ihre Blockadehaltung deckt die Bundesregierung die Zahlung von Hungerlöhnen, Ausbeutung und Misshandlung am Arbeitsplatz, Unterdrückung von Gewerkschaften in den Zulieferbetrieben deutscher Unternehmen. Das Arbeitsministerium hat die Federführung bei der Blockade der EU-Transparenzrichtlinie. Zusammen mit der Kampagne für Saubere Kleidung organisiert FEMNET eine Unterschriftenaktion, gerichtet an Frau von der Leyen und stellvertretend für andere Unternehmen an Aldi , einem privaten Unternehmen, das überhaupt nichts über seine Tätigkeiten mitteilt und sich jeglicher Transparenz verweigert. Beteiligen Sie sich jetzt an der Unterschriftenaktion… 6. Theaterworkshop in Berlin erfolgreich verlaufenRegieren statt Blockieren! Aufdecken statt Decken! Transparenz jetzt! Unter diesem Motto stand der Theaterworkshop, den FEMNET im Rahmen der Kampagne für Saubere Kleidung am 15./16 Juni in Berlin organisiert hat und der mit einer Straßentheateraufführung erfolgreich zu Ende ging. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich mit dem Thema "Bundesregierung bremst bei Transparenzpflichten für Unternehmen" beschäftigt und hierzu kreative Aktionsformen eingeübt. Schauen Sie sich den kurzen Videobeitrag auf der FEMNET Homepage an! 7. Gespräche der CCC mit Lidl und KiKIm März und Juni hat die Kampagne für Saubere Kleidung, u.a. vertreten durch FEMNET-Vorstandsvorsitzende Gisela Burckhardt Gespräche mit der LIDL-Geschäftsführung und der KiK-CSR-Abteilung geführt. Themen der Gespräche waren die von der CCC (FEMNET und CIR) im Januar 2012 herausgegebene Untersuchung über Arbeitsrechtsverletzungen in Bangladesch "Im Visier Discounter". Lidl beauftragte die GIZ, Trainings in Bangladesch und China für das Management der Lieferanten durchzuführen. KiK führt mit 20 Lieferanten in Bangladesch ein Qualifizierungsprogramm durch. Beide Trainings führten bisher zu keinen wesentlichen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Lesen Sie die ausführlichen Berichte zu den beiden Gesprächen auf der FEMNET-Homepage! 8. Proteste gegen Fairtrade Award für LidlAm 20. März 2012 hat Transfair e.V. den "Fairtrade-Award" vergeben. Transfair verleiht den Preis jährlich "für herausragendes Engagement für den Fairen Handel". In der Kategorie Handel hat Lidl den 2. Platz erreicht. FEMNET e.V. kritisiert diese Verleihung ebenso wie einige Gruppen und Firmen, die im Fairen Handel tätig sind. Denn: Lidl hat nur einen kleinen Teil an fairen Produkten im Sortiment, mit denen es sich schmückt, aber der große Teil des Warenangebots ist nicht unter fairen Bedingungen hergestellt. Eine solche Auszeichnung dient letztlich dem ‚Schönfärben', wie unser Videoclip "Schön! Färber" so anschaulich darstellt. Die WDR-Sendung MARKT interviewte zu diesem Thema Dr. Gisela Burckhardt. 9. Tagung zur Unternehmensverantwortung von CorASeit März 2012 ist FEMNET Mitglied im CorA-Netzwerk. In diesem Netzwerk haben sich zivilgesellschaftliche Organisationen zum Thema "verbindliche Unternehmensverantwortung" zusammengeschlossen. Es fordert verbindliche Regeln von der Regierung, damit Unternehmen für die Auswirkungen ihres Handelns auf Mensch und Umwelt zur Rechenschaft gezogen und sie zur Einhaltung der Menschenrechte sowie internationaler Sozial- und Umweltstandards verpflichtet werden. Am 29. April fand eine eintägige Fachtagung in Berlin statt, auf der die derzeitigen Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen von einer FEMNET Vertreterin unter die Lupe genommen wurden. Lesen Sie den ausführlichen Tagungsbericht…. 10. UN- Umweltkonferenz in Rio und die FrauenDie Women's Major Group (WMG), die auf dem Rio+20 Gipfel 200 zivilgesellschaftliche Frauenorganisationen der ganzen Welt repräsentiert hat, ist sehr enttäuscht und ernsthaft empört über die Ergebnisse der "offiziellen" Beratungen auf der UN Konferenz für nachhaltige Entwicklung, die auch als Rio+20 bekannt sind. Lesen Sie die vollständige Abschlusserklärung… 11. Post aus… Baku, AserbaidschanVereinsmitglied Dr. Melanie Krebs lebt seit einigen Monaten in Baku, das vielen als Austragungsort des European Song Contests im Mai 2012 noch in Erinnerung ist. Sie schreibt uns regelmäßig ihre Beobachtungen dieser sich im Auf- und Umbruch befindenden Gesellschaft. Lesen Sie nun ihre Thesen zum ‚Kopftuch' als Protestsymbol. 12. Terminhinweise20.09.2012: Öko-faire Kleidung - wo gibt es die? Marken und Geschäfte aus dem Köln/Bonner Raum stellen sich im Rahmen der Fairen Woche Bonn vor 26.9.2012: Filmabend mit Vortrag und Diskussion zum Thema: China in Bewegung. Frauen als Verliererinnen des Wachstumsmodells? im Rahmen der Interkulturellen Woche Bonn 02./03.11.2012 Tagung in Paderborn: "40 Jahre feministische Debatten" 21.11.2012: Internationale Konferenz zum Thema Gewalt gegen Frauen 13. Interessante PublikationenGenderindex (SIGI) 2012 'Women in national Parlaments' Handreichung für Beratungsstellen "Arbeitsausbeutung und Menschenhandel - Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihren Rechten verhelfen" 14. ImpressumFEMNET e.V. Vorstand: Dr. Gisela Burckhardt, Ines Holthaus, Anna Hoff Aktenzeichen VR 27200 B beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg |
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