FEMNET: Wann kommen Menschenrechte in Mode?
|
|
||
|
Menschenrechte kommen in Mode, wenn wir
|
![]() |
|
|
Guten Tag, Mode ist für uns Massenware, für die wir Dumpingpreise zahlen. Mode ist aber auch Ausdruck unserer Individualität, ein „Style“, für den wir viel Geld ausgeben. In beiden Fällen bleiben die Menschenrechte der Arbeiter*innen in den Textilfabriken der Produktionsländer viel zu oft auf der Strecke. Dabei werden das T-Shirt für 2 Euro und der edle Markenanzug für 500 Euro zumeist in derselben Fabrik von derselben Näherin unter härtesten Bedingungen gefertigt. Sie arbeitet bis zu 100 Stunden pro Woche unter Gesundheitsgefahren und Diskriminierung für ein paar Cent in der Stunde. Sie schuftet für ein Leben in Armut. Viele dieser Menschen – mehrheitlich Frauen und Mädchen - wollen nicht mehr Opfer sein. Sie kämpfen dafür, von ihren Arbeitgebern und von uns, den Kund*innen, wahr- und ernst genommen zu werden. FEMNET e.V. steht an der Seite dieser Frauen und unterstützt sie mit Soforthilfen, Rechtsbeistand und Beratung. Nach der Rana Plaza Katastrophe kämpfte FEMNET zusammen mit anderen für eine Entschädigung der Verunglückten. Wir klären Endverbraucher*innen auf mit Kampagnen über Missstände und Ursachen, wir leisten Bildungsarbeit für Studierende an Hochschulen, wir erzeugen wirksam Druck auf die Textilkonzerne und wir arbeiten im Steuerungsgremium des Textilbündnisses von Minister Gerd Müller an Lösungen mit. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende! Spenden Sie online über den Spendenbutton oder per Überweisung: Unsere Arbeit ist als gemeinnützig anerkannt, Ihre Spende ist von der Steuer absetzbar. Herzlichen Dank! Ihre Gisela Burckhardt Unsere Mode - von Menschen gemacht
Millionen Frauen und Mädchen in der Textilproduktion bleiben für uns namenlos und unsichtbar hinter unserer „schönen“ Modewelt. Ein Herzstück unserer Arbeit für ihre Rechte ist die Unterstützung lokaler Frauenrechtsorganisationen und Gewerkschaften, die den Arbeiter*innen helfen, sich zu schützen, sich zu organisieren und die ihnen dabei juristischen Beistand leisten. In Bangladesch kooperieren wir z.B. mit der National Garment Workers Federation (NGWF). In Indien unterstützen wir die Frauenrechtsorganisation und Gewerkschaft Munnade sowie Cividep, eine gemeinnützige NRO für Arbeits- und Menschenrechte. Es sind Frauen wie Nurun, Tania oder Daliya aus Bangladesch, die von Kindheit an kein Leben kennen außer der Arbeit in Textilfabriken. Als sie sich dagegen auflehnten, wurden sie eingeschüchtert, bedroht und physisch angegriffen. Dennoch setzten Sie sich schließlich durch:
Die Beispiele machen uns Mut. Impressum FEMNET e.V. Vorstand: Dr. Gisela Burckhardt, Vanessa Püllen, Andrea Lindner, Franziska Gorgas, Christiane Kühnrich Redaktion und verantwortlich im Sinne § 5 TMG: Dr. Gisela Burckhardt |
||

die Rechte der Menschen vor Ort stärken,
Nurun Nahar (45) wuchs ohne Vater mit ihrer Mutter und zwei Schwestern auf. Nach vier Jahren konnte sich die Familie die Schule nicht mehr leisten. Mit 12 Jahren begann sie in einer Textilfabrik zu arbeiten. Sie arbeitete über viele Jahre in wechselnden Fabriken, aber kämpfte dort auch für ihre und die Rechte ihrer Kolleg*innen. Seit 2013 ist Nurun die Vizepräsidentin der Gewerkschaftsorganisation NGWF. Sie ist unverheiratet und teilt sich vier Räume mit 12 Personen. Inzwischen arbeitet sie nur noch für die Gewerkschaft.
Tania Akter (24) musste als jüngstes von sechs Kindern nach vier Jahren die Schule beenden, um für den Lebensunterhalt der Familie mitzuarbeiten. Sie gründete 2013 eine Gewerkschaft und erstritt als deren Generalsekretärin das Recht auf Kollektivverhandlungen (CBA – Collecting bargaining agreement), Lohnerhöhungen und vieles mehr. Am Ende bewies sie, dass dank der Motivation der Mitarbeiter*innen die Produktivität der Fabrik stieg.