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Liebe Freundinnen und Freunde von FEMNET,
zum fünften Jahrestag des katastrophalen Fabrikeinsturzes von Rana Plaza war das Interesse der Journalist*innen spürbar groß. Was hat sich seitdem getan? Sind Fabriken sicherer geworden? Haben sich die Arbeitsbedingungen verbessert? Gisela Burckhardt und Kalpona Akter haben sich den Presseanfragen gestellt, denn in diesem Jahr ist die internationale Aufmerksamkeit wichtiger denn je: Der Druck auf internationale Unternehmen und Regierungen darf nicht nachlassen, damit lokale Gewerkschaften ihre Forderungen durchsetzen können.
Derweil lässt sich auch hier viel bewegen: Ganz neu bieten wir in diesem Jahr kostenlose Workshops an Verwaltungs(hoch)schulen an. Und damit FEMNETs Bildungsarbeit zukünftig noch mehr Studierende erreicht, starten wir jetzt eine Crowdfunding-Kampagne – wir freuen uns über Ihre Unterstützung.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Das FEMNET-Team
Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET mit der Aktivistin Kalpona Akter. Foto: © FEMNET
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Fan werden, informiert sein, spenden und weitersagen!
FEMNET startet die erste Crowndfunding-Aktion für das Projekt FairSchnitt
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 Im Video erfahren Sie, wie wir das Geld für Bildungsarbeit einsetzen. Foto: © FEMNET
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Jetzt geht’s los: Dank zahlreicher Fans startet im Mai unsere Crowdfunding-Kampagne „FairSchnitt: Mode studieren – Verantwortung tragen“. Ziel ist die Finanzierung von sechzehn Bildungsveranstaltungen, darunter zehn Workshops für Studierende, drei Vorträge von Textilarbeiterinnen aus Bangladesch und die Betreuung von drei Semesterprojekten.
Bitte unterstützen Sie uns dabei, das Spendenziel von 7.500 Euro zu erreichen und neue Impulse für gute und würdige Arbeit an die Hochschulen zu bringen!
Hier geht’s zur Kampagne: Fan werden, informiert sein, spenden und weitersagen!
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Politisches Engagement
Accord-Abkommen für Gebäudesicherheit in Bangladesch – IKEA ist nicht dabei
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 Zur Fashion Revolution Week rief die Kampagne für Saubere Kleidung zu öffentlichen Aktionen auf. Foto: © Kampagne für Saubere Kleidung
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„Rana Plaza war kein Unfall. Das war eine menschengemachte Katastrophe und wäre vermeidbar gewesen. Erst das Accord-Abkommen hat unsere Fabriken deutlich sicherer gemacht und rettet dadurch Leben.“ Kalpona Akter, eine der bekanntesten Aktivistinnen aus Bangladesch und Kooperationspartnerin von FEMNET, war bei uns zu Gast und fand gegenüber der Presse deutliche Worte. Sie macht sich für ein Folgeabkommen stark, denn noch immer stehlen sich einige große Marken aus der Verantwortung.
Neben Bekleidung sollen zukünftig auch Heimtextilien abgedeckt sein, doch IKEA verweigert als einer der größten Hersteller bislang seine Unterstützung. FEMNET und die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) fordern alle in Bangladesch produzierenden Mode- und Textilunternehmen dazu auf, das Abkommen zu unterzeichnen!
Fordern Sie die Unternehmen zum Handeln auf!
CCC-Video mit den populärsten Ausreden der Modefirmen
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Nachrichten von unseren Kooperationspartnern
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Streiks zur Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in Bangladesch
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 Auch die National Garment Worker Federation, Partnerorganisation von FEMNET, ging im März 2018 für eine Lohnerhöhung auf die Straße. Foto: © NGWF |
Zwar hat sich die Sicherheitslage in vielen Fabriken durch das Accord-Abkommen deutlich verbessert, die Arbeitsbedingungen hingegen nicht. Gewerkschaften in Bangladesch kämpfen für eine Verdreifachung des gesetzlichen Mindestlohns auf 16.000 Taka (etwa 157 Euro). Seit fünf Jahren gab es keine Erhöhung, sodass die Löhne durch die Inflation faktisch sogar gesunken sind. Zum Überleben reichen die aktuellen Löhne selbst mit zahllosen Überstunden kaum. Die Folge ist eine erbarmungslose Armutsspirale. Darüber hinaus setzen wir uns sich für die Einführung einer gesetzlichen Unfallversicherung ein.
FEMNET fordert hiesige Unternehmen auf, bei ihren Zulieferern stärker auf die Einhaltung gewerkschaftlicher Rechte zu pochen. Denn noch immer ist das Klima in vielen Fabriken gewerkschaftsfeindlich, sodass Gewerkschafter*innen regelmäßig Gewalt, Schikane und Entlassung drohen.
Lesen Sie hierzu eine Analyse von Gisela Burckhardt auf ZEIT Online, was sich in fünf Jahren seit Rana Plaza getan hat
Hier informieren wir weiter über die Mindestlohn-Forderungen...
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Berichte aus der Projektarbeit: Faire öffentliche Beschaffung
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In Bonn geht’s weiter: Noch mehr fair im Amt für Stadtgrün
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 Mitarbeiter des Bonner Amtes für Stadtgrün testen die neue Dienstkleidung. Foto: © FEMNET
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Faire öffentliche Beschaffung ist im Bonner Amt für Stadtgrün schon lange kein Fremdwort mehr. Bereits in die zweite große Ausschreibung für Dienst- und Schutzkleidung wurden nun soziale Produktionskriterien einbezogen. So erfolgreich, dass die Angestellten vor Ostern wortwörtlich alle Hände voll mit der Qualitätsprüfung diverser Schnittschutzhosen, Forststiefel und Arbeitshandschuhe zu tun hatten. Doch nur gute Berufskleidung garantiert gute Arbeit – bei den Bonner Gärtner*innen UND bei den Näher*innen in Bangladesch! Bleibt zu hoffen, dass sich weitere Ämter davon inspirieren lassen.
Zum ausführlichen Bericht auf der FEMNET-Homepage...
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Kostenlose Kurse: Faire öffentliche Beschaffung in Lehre und Ausbildung
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 Studierende lernen mehr über die Herstellungsbedingungen von Kleidung. Foto: © Barbara Palusinska/FEMNET
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Bei rund 30.000 öffentlichen Vergabestellen in Deutschland wundert es wenig, wenn Erfahrungen mit fairen Ausschreibungsverfahren nicht sofort überall bekannt sind. Doch nur gut informierte Verwaltungsmitarbeiter*innen können eine faire öffentliche Vergabe umsetzen. Deshalb bieten wir ab 2018 Workshops für Studierende und Auszubildende an Berufsschulen, Verwaltungshochschulen und Fortbildungsakademien an, und zwar kostenlos. An der Verwaltungsakademie Berlin haben wir im März erfolgreich zwei erste Veranstaltungen durchgeführt. Fragen Sie uns an!
Ein Kurzbericht zu den Berliner Workshops sowie unser Angebotsflyer....
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Engagiert für FEMNET
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FairQuatschen-Stammtisch – der offene FEMNET-Treff
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 Viel Auswahl bei der Kleidertauschparty im April. Foto: © Julia Krojer
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Der FairQuatschen-Stammtisch hatte einen aktiven April. Auf dem Programm stand dieses Mal ein Besuch beim Bonner Streetwear-Label REDNIB. Die REDNIB-Brüder blicken auf vier Jahre Erfahrung im Angebot von öko-fairen T-Shirts und Pullis zurück und haben viele Anekdoten mit den FEMNETist*innen geteilt. Außerdem hat die Gruppe zusammen mit Greenpeace die zweite Kleidertauschparty des Jahres in der Bonner Ermekeilkaserne veranstaltet. Viele Tauschwillige sind vorbeigekommen und konnten neue und alte Teile sogar reparieren und ändern lassen. Wir danken allen, die diese Events ermöglicht haben!
Lust auf mehr? Die nächsten Stammtische finden am 8. Mai und 12. Juni 2018 statt.
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15. Rellinger Kleidermarkt spendet Erlöse an FEMNET
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Das Konzept des Kleidermarkts hat sich bewährt: Zunächst sortierten die engagierten Frauen gespendete Kleidungsstücke, um sie günstig und zu einheitlichen Preisen zu verkaufen. Die Organisatorinnen sind zufrieden, mit 580 Besucher*innen haben sie 2018 einen neuen Rekord erreicht. Auch eine Modenschau gehörte wie jedes Jahr zum Programm.
Von den Erlösen spendete die Rellinger Frauengruppe 7.000 Euro an FEMNET, womit sie insbesondere den Solidaritätsfonds und die Bildungsarbeit an Hochschulen unterstützten. Wir bedanken uns für dieses großartige Engagement!
Impressionen vom Kleidermarkt
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