Nachrichten aus unserer Arbeit - Bildungsarbeit mit Jugendlichen
© Christian Bezdekovsky
Mode, Macht, Menschenrechte: Ein Workshop am Franken-Gymnasium Zülpich
Wie können junge Menschen die globalen Zusammenhänge der Modeindustrie verstehen und welche Rolle spielt dabei ihr eigener Konsum? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Franken-Gymnasiums Zülpich im Rahmen eines Workshops von FEMNET.
Der folgende Bericht wurde zuerst auf der Webseite der Schule veröffentlicht und gibt Einblicke in die Diskussionen und Themen des Projekttags.
Von Christian Bezdekovsky
Jede Woche präsentieren Modeketten neue Trends, Farben und Schnitte. Doch hinter der Farbenpracht verbergen sich oft ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, von denen vor allem Frauen betroffen sind.
Am vergangenen Freitag (29.05.2026) hatte der ReNa-Kurs der Jahrgangsstufe 9 die Gelegenheit, im Rahmen eines Workshops einen (ernüchternden) Blick hinter die Kulissen der Modeindustrie zu werfen.
Die Referentin Marijke Mulder, die bei der Bonner Frauenrechtsorganisation FEMNET den Bildungsbereich leitet, ließ die Schülerinnen und Schüler hierfür zunächst einmal auf Spurensuche gehen: Wo wurde die Kleidung, die ich gerade anhabe, eigentlich produziert? Wo wurden meine Sneaker hergestellt? Beim Blick auf die mitgebrachte Weltkarte wurde schnell klar, dass die meisten der verteilten Klebepunkte auf Ländern wie Pakistan, Bangladesch, Vietnam und Indonesien platziert wurden. Anschließend gab Frau Mulder in ihrem Vortrag einen anschaulichen Einblick in das Leben der Textilarbeiter*innen, das von langen Arbeitszeiten, gefährlichen Arbeitsplätzen, Produktionsdruck, Hungerlöhnen und Diskriminierung geprägt ist.
Nach der Gegenüberstellung von Greenwashing-Kampagnen großer Modeketten und Labels bzw. Siegeln, die tatsächlich auf faire Herstellungsprozesse hinweisen, wurde trotz der mehr als sommerlichen Temperaturen angeregt darüber diskutiert, welche Rolle der eigene Konsum spielt und ob unser Umgang mit Kleidung tatsächlich einen Unterschied machen kann. Nach der Veranstaltung gaben jedenfalls mehrere Schülerinnen und Schüler an, bei ihrer nächsten Shoppingtour einmal nach Siegeln wie GOTS, Fairtrade, Fair Wear oder dem Grünen Knopf Ausschau halten zu wollen.
Der gesamte Kurs bedankt sich herzlich bei Frau Mulder für die aufschlussreichen Informationen und die alltagstauglichen Tipps sowie beim Förderverein der Schule für die finanzielle Unterstützung, dank derer die Durchführung des Workshops überhaupt erst möglich wurde!


