Heute wurden die Trilogverhandlungen zum Omnibus-I-Paket abgeschlossen. Vertreter*innen des Europäischen Parlaments, der EU-Kommission und des EU-Rats haben einen finalen Kompromisstext verhandelt, der eine massive Abschwächung von Kernelementen der EU-Lieferkettenrichtlinie vorsieht.
Dass es in sogenannten Hochrisikobranchen wie Textilien, Elektronik oder Lebensmitteln zu verheerenden Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette kommt, ist weitgehend bekannt. Warum Geschlechtergerechtigkeit dabei ein zentrales Thema für eine faire Vergabepraxis ist, haben wir am 30. Oktober gemeinsam mit Kommunen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft diskutiert. Dabei wurde deutlich: Kommunen verfügen über konkrete Handlungsmöglichkeiten – und sie können diese bereits heute wirksam nutzen.
Es gibt zahlreiche Ansätze, textile Lieferketten transparenter zu machen. Dennoch bleibt die Herkunft der Textilien, die Kommunen – etwa für Krankenhäuser oder die Polizei – beschaffen, häufig unklar. Woran liegt das, und wie kann sich das ändern?
Wie kann Veränderung aussehen – und welche Rolle spielst du darin? Beim Aktionstreffen „Stitching Futures“ am 8. November haben wir genau das ausprobiert: Aktivismus in vielen Formen, kreative Experimente und neue Perspektiven. Was dabei entstanden ist – und wie vielfältig Engagement sein kann – darauf werfen wir hier einen Blick.
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gilt als Meilenstein: Zum ersten Mal verpflichtet es Unternehmen, Verantwortung für Menschenrechte und Umwelt entlang ihrer gesamten Lieferketten zu übernehmen. Doch dieser Fortschritt steht gerade auf der Kippe.
Bangladesch ist einer der wichtigsten Produktionsstandorte der globalen Modeindustrie – und zugleich ein Ort, an dem Millionen Arbeiter*innen täglich um faire Bedingungen kämpfen müssen. Unser Partner BLAST (Bangladesh Legal Aid and Services Trust) hat eine App entwickelt, die Textilarbeiter*innen einen einfachen Zugang zu Informationen, Beratung und Rechtshilfe ermöglicht.
Immer mehr Fans achten beim Kauf von Fanartikeln auf faire Produktionsbedingungen, umweltfreundliche Materialien und transparente Lieferketten. Auch Vereine möchten Verantwortung übernehmen – doch der Weg dorthin ist oft herausfordernd. Viele Clubs kämpfen mit knappen Ressourcen, fehlendem Fachwissen und komplexen Lieferketten. Beim FanCommerce Forum werden nun Lösungen und Ansätze diskutiert.
Am 7. Oktober 2025 kamen in Berlin Expert*innen, Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen aus Pakistan, Bangladesch, Indien, Indonesien, Serbien, Mexiko und Deutschland zusammen, um auf der internationalen Konferenz „Due Diligence and Labour Rights – Quo Vadis?“ über die Zukunft der unternehmerischen Sorgfaltspflichten zu diskutieren. Veranstaltet von FEMNET e. V. gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem CorA-Netzwerk und dem Dachverband der Kritischen Aktionär*innen stand die Frage im Mittelpunkt, wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die europäische CSDDD tatsächlich zu Verbesserungen für Arbeiter*innen entlang globaler Lieferketten beitragen können.
Trikots, Shorts und Trainingsjacken stehen selten im Verdacht, ein Risiko für die Umwelt zu sein. Doch Fachleute warnen: Sporttextilien tragen erheblich zum Verlust der Artenvielfalt bei – durch Mikroplastik aus synthetischen Fasern, den hohen Pestizid- und Wasserverbrauch im Baumwollanbau und die Rodung artenreicher Wälder für Viskose. Darüber sprechen wir in einem Webinar, zu dem wir herzlich einladen.
„Toxische Chemikalien aus der Textilindustrie bedrohen in Bangladesch nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit und Existenzgrundlage von Millionen von Menschen. Über innovatives Community-based Monitoring setzen sich Betroffene in unserem Projekt selbst für nachhaltige Veränderungen ein, um auf Grundlage gesammelter Daten Forderungen an Behörden und Fabriken zu stellen. Ihre oberste Priorität: Sauberes Trinkwasser.“ Daniela Bartsch, Leitung Auslandsprojekte