Wie kann die Einbeziehung von Arbeiter*innen in der Textilindustrie von einer theoretischen Pflichtübung zu einer wirksamen, systemischen Praxis werden? Die neue Studie von FEMNET zeigt anhand diverser Praxisbeispiele wie dem Dindigul-Abkommen, wie Unternehmen von symbolischer Konsultation zu wirksamer Mitbestimmung gelangen.
Mit dem europäischen Lieferkettengesetz sollten verbindliche menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten für Unternehmen entlang globaler Lieferketten auf EU-Ebene verankert werden. Nach massivem Lobbydruck wurde die Richtlinie Ende 2025 jedoch deutlich abgeschwächt. Der Überblick zeigt, welche zentralen Elemente erhalten bleiben, welche Wirkung das deutsche Lieferkettengesetz bislang entfaltet hat – und worauf es bei der Umsetzung der CSDDD in nationales Recht nun ankommt.
Mit der heutigen Abstimmung über den Kompromisstext der Trilogverhandlungen hat das EU-Parlament das Omnibus-I-Paket angenommen – und damit eine massive Abschwächung der EU-Lieferkettenrichtlinie beschlossen.
Die Initiative Lieferkettengesetz kritisiert diesen Beschluss aufs Schärfste. Mit dem heute im Parlament angenommen Gesetzespaket wird das EU-Lieferkettengesetz, ein Meilenstein zum Schutz von Menschenrechten, Umwelt und Klima, in wesentlichen Elementen entkernt, bevor es überhaupt in einem einzigen EU-Mitgliedsland umgesetzt werden konnte.
Unsere Partnerorganisationen HEJSupport und ESDO haben eine neue Studie zur Chemikalienverschmutzung in Gemeinden rund um Textilfabriken in Bangladesch veröffentlicht. Im Rahmen eines Community-Based Monitoring wurden Boden-, Wasser-, Abwasser- und Haarproben analysiert. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Belastung durch langlebige und gesundheitsschädliche Chemikalien sowie Schwermetalle.
Heute wurden die Trilogverhandlungen zum Omnibus-I-Paket abgeschlossen. Vertreter*innen des Europäischen Parlaments, der EU-Kommission und des EU-Rats haben einen finalen Kompromisstext verhandelt, der eine massive Abschwächung von Kernelementen der EU-Lieferkettenrichtlinie vorsieht.
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gilt als Meilenstein: Zum ersten Mal verpflichtet es Unternehmen, Verantwortung für Menschenrechte und Umwelt entlang ihrer gesamten Lieferketten zu übernehmen. Doch dieser Fortschritt steht gerade auf der Kippe.
Bangladesch ist einer der wichtigsten Produktionsstandorte der globalen Modeindustrie – und zugleich ein Ort, an dem Millionen Arbeiter*innen täglich um faire Bedingungen kämpfen müssen. Unser Partner BLAST (Bangladesh Legal Aid and Services Trust) hat eine App entwickelt, die Textilarbeiter*innen einen einfachen Zugang zu Informationen, Beratung und Rechtshilfe ermöglicht.
Am 7. Oktober 2025 kamen in Berlin Expert*innen, Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen aus Pakistan, Bangladesch, Indien, Indonesien, Serbien, Mexiko und Deutschland zusammen, um auf der internationalen Konferenz „Due Diligence and Labour Rights – Quo Vadis?“ über die Zukunft der unternehmerischen Sorgfaltspflichten zu diskutieren. Veranstaltet von FEMNET e. V. gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem CorA-Netzwerk und dem Dachverband der Kritischen Aktionär*innen stand die Frage im Mittelpunkt, wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die europäische CSDDD tatsächlich zu Verbesserungen für Arbeiter*innen entlang globaler Lieferketten beitragen können.
Um den bürokratischen Aufwand im Rahmen der ESG-Berichtspflichten zu reduzieren, stellte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 8. November 2024 die sogenannte Omnibus-Richtlinie vor. Zivilgesellschaftliche Organisationen befürchten jedoch, dass der Vorschlag zentrale EU-Gesetze zur Unternehmensverantwortung abschwächen könnte.
Pressestatement der Initiative Lieferkettengesetz, an der FEMNET beteiligt ist
Die Bundestagsdebatte am 5. Dezember 2024 zu den Anträgen von CDU/CSU und FDP zur Aufhebung des Lieferkettengesetzes kommentiert Heike Drillisch für die Initiative Lieferkettengesetz.