Die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung setzen sich seit vielen Jahren für die Einhaltung von Menschenrechten sowie international vereinbarten sozialen Standards und Normen bei transnationalen Unternehmen, ihren Tochterfirmen und Zulieferern ein.
Die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung setzen sich seit vielen Jahren für die Einhaltung von Menschenrechten sowie international vereinbarten sozialen Standards und Normen bei transnationalen Unternehmen, ihren Tochterfirmen und Zulieferern ein.
Kleidung hat unmittelbare Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Sie macht uns selbstbewusst. Attraktiv. Sie erzählt etwas über uns. Sie stiftet Identität. Wer aber setzt sich für uns an Webstuhl und Nähmaschine? Das wissen wir nicht. FEMNET will das ändern!
Unter dem Titel „Kleider machen (arme) Leute? Nicht mit uns! Starke Frauen in Einzelhandel und Textilindustrie“ diskutierten Heidemarie Wieczorek-Zeul, ehemalige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET, Eva-Maria Welskop-Deffaa, Mitglied im Bundesvorstand bei ver.di, Nese Aksoy, Betriebsrätin bei Zara Köln und Katharina Partyka, Gründerin und Inhaberin von Kiss the Inuit.
Am 24.11.2014 jährt sich zum zweiten Mal die Brandkatastrophe in der Textilfabrik Tazreen in Bangladesch, bei dem über 120 Arbeiter*innen starben und 150 sich verletzten, teils schwer.
In letzter Minute wurde eine Vereinbarung zwischen der Clean Clothes Campaign, dem internationalen Gewerkschaftsdachverband IndustriAll und C&A erreicht. Darin erklärt sich das Unternehmen bereit, Entschädigungszahlungen an die Opfer und Hinterbliebenen des Brandes zu zahlen. Es soll ein Fonds ähnlich den Entschädigungsprinzipien für die Rana Plaza Opfer geschaffen werden. C&A hat eine angemessene Summe für den Fonds zugesagt. Nun sind auch die anderen Unternehmen (Walmart, Li&Fung, El Corte Inglés, KiK u.a.), die in Tazreen produzieren ließen, aufgerufen, in den Fonds einzuzahlen.
Am 16. Oktober 2014 will Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller ein Bündnisses für nachhaltige Textilien gründen.
Die Fabrikbrände bei Tazreen im November 2012 und bei Ali Enterprises in Pakistan sowie der Einsturz von Rana Plaza in Bangladesch am 24.4.2013 verursachten Tausende von Toten und Verletzten. Diese Unglücke geschahen trotz zahlreicher Kontrollen und freiwilliger Selbstverpflichtungen von Unternehmen. Bis heute sind die Opfer und Verletzten sowie deren Angehörige nicht fair und ausreichend entschädigt worden, da es hierfür keine gesetzliche Grundlage gibt. Bisher besteht nur für die Opfer von Rana Plaza ein freiwilliger Entschädigungsfonds, der noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt ist.
FEMNET e.V. unterstützt das neu gegründete Bündnis „Eigentum verpflichtet – für gesetzliche Unternehmensverantwortung“. Gisela Burckhardt, FEMNET, erklärt: „Die unzureichenden Zahlungen der Unternehmen in den Entschädigungsfonds für die Opfer und Hinterbliebenen von Rana Plaza sind ein klarer Beleg dafür, dass freiwillige Verpflichtungen der Industrie unzureichend sind. Wir brauchen gesetzliche Regelungen wie die Einführung einer Unternehmenshaftung“.
Bundesminister Gerd Müller kündigte an, noch in diesem Jahr ein neues Textilsiegel auf den Markt zu bringen. Damit will er die deutsche Modebranche dazu bewegen, soziale und ökologische Mindeststandards einzuhalten.
Die Erfahrungen aus 20 Jahren zeigen allerdings, dass freiwillige Selbstverpflichtungen nicht weit führen, wie die zahlreichen Fabrikbrände zeigen. Zertifizierungen sollten aus unserer Sicht nicht allein das Produkt, sondern das gesamte Unternehmen einschließlich der Einkaufspraxis in den Blick nehmen. Auch die Zivilgesellschaft muss gleichberechtigt in den Prozess einbezogen werden.Wir begrüßen die Ankündigung des Ministers, eventuell einen gesetzlichen Rahmen vorzugeben. Die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten muss gesetzlich verbindlich sein und muss zuverlässig kontrolliert werden.
Opfer können sich ab heute für den Fonds registrieren lassen. Aktionen bis zum Jahrestag am 24. April. Rana Plaza Überlebende zu Besuch in Deutschland.
Heute in einem Monat, am 24. April, wird sich das schwerste Unglück in der Textilindustrie zum ersten Mal jähren: das Unglück von Rana Plaza in Bangladesch, bei dem über 1130 Menschen starben und über 1500 teilweise schwerst verletzt wurden. Ab heute können sich die Opfer für den Entschädigungsprozess registrieren lassen, am Jahrestag selbst werden die Familien eine erste Vorauszahlung von 50.000 BTK (ca. 465 Euro) erhalten.
Berlin. In knapp zwei Monaten jährt sich am 24. April zum ersten Mal der Zusammenbruch der Textilfabriken des Rana Plaza Gebäudes in Bangladesch. Die Kampagne für Saubere Kleidung appelliert im Zusammenschluss mit den Gewerkschaften in Bangladesch an alle verantwortlichen Modefirmen, die in Bangladesch produzieren lassen, unverzüglich in einen inzwischen etablierten und von der internationalen Arbeitsorganisation ILO überwachten Entschädigungsfonds einzuzahlen.