Nach vier Jahren des öffentlichen Protests und Monate andauernden Verhandlungen, gibt es nun eine Einigung zur Entschädigung der Opfer. Die Opfer und Angehörigen der getöteten Arbeiter*innen der Ali Enterprise Fabrik in Pakistan sollen 5 Millionen US Dollar als Entschädigung erhalten.
Die Einigung zur Entschädigung der Opfer ist das Ergebnis langer Verhandlungen zwischen IndustriALL, CCC, and KiK, die auf Anfrage des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) geführt wurden.
Wenn sich an den verheerenden Produktionsbedingungen in der Modeindustrie grundsätzlich etwas ändern soll, benötigen wir gesetzliche, verbindliche Vorgaben. Diese sollen deutsche und europäische Unternehmen verpflichten, auf die Einhaltung von Sozialstandards entlang ihrer gesamten Lieferkette zu achten. Kommen sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht nach, müssen Sanktionen folgen. Nur wenn Unternehmen für die Verletzung von Menschenrechten und Arbeitsstandards bei ihren Produzenten zahlen, sind Katastrophen wie Rana Plaza vermeidbar.
Diese Position vertritt FEMNET weiterhin. Zusätzliche freiwillige Maßnahmen von Unternehmen sieht die Frauenrechtsorganisation als Ergänzung zu gesetzlichen Regeln. Seit nunmehr zwei Jahren arbeitet FEMNET daher aktiv im Bündnis für nachhaltige Textilien, kurz Textilbündnis, mit, das der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller initiiert hat. Ziel ist ein Aktionsplan für eine nachhaltige textile Lieferkette.
Am 24. November 2012 brach ein Feuer in der Tazreen Fashions Textilfabrik in Bangladesh aus, bei dem 113 Arbeiter*innen ums Leben kamen und fast 200 verletzt wurden. Erst drei Jahre später im September 2015 wurde endlich auf Basis eines Abkommens zwischen C&A, der C&A Stiftung, IndustriALL Global Union, und der Clean Clothes Campaign die Stiftung für Entschädigung der Tazreen Opfer (Tazreen Claims Administration Trust, TCA) ins Leben gerufen.
Doch zunächst müssen die Schülerinnen und Schüler einige Runden beim Sponsorenlauf drehen, um Geld für ihre Partnerschule in Indien und einen Balltrichter für den Schulhof zu sammeln. Zur Belohnung dürfen sie danach mit den neuen Bällen spielen. Wie schon auf dem Münsterplatz beim Tag des Sports sind die jungen Testerinnen und Tester von der Vielfalt und Qualität der Bälle begeistert.
Doch auch ihr Wissen rund um faire Bälle soll getestet werden: Welches Land produziert die meisten Bälle? Werden diese geklebt oder genäht? Und wie viele Fußbälle wurden eigentlich für die WM hergestellt? Mit den Fragen aus dem Sport-Quiz bringt Vanessa Püllen die Grundschüler*innen zuweilen ins Grübeln. Damit sie ihr Wissen auch praktisch festigen können, erklärt sie zum Abschluss, wie lange es dauert, einen Ball von Hand zu nähen, und wie mühsam die Arbeit ist. Dazu zeigt die FEMNET-Mitarbeiterin Werkzeuge, die sie in einem „Fußballkoffer“ des Weltladens Bonn mitgebracht hat.
Als es dann gegen Mittag wieder in die Klassenzimmer geht, freuen sich die Schülerinnen und Schüler auf neue faire Bälle, denn die Stadt Bonn möchte zukünftig den Einkauf von Sportbällen für Bonner Schulen um eine Auswahl fair hergestellter Bälle erweitern.
Mit ca. 1.200 Bekleidungsfabriken zählt Bangalore heute zu einem der Zentren für die Bekleidungsindustrie in Indien. Obwohl Kinderbetreuung in Textilfabriken vorgeschrieben ist, gibt es sie dennoch entweder gar nicht oder es gibt zu wenig qualifiziertes Personal für adäquat ausgestattete Betreuungsplätze. Die Näherinnen arbeiten lange, ihre Kleinkinder sind deshalb häufig bei Großeltern oder unbeaufsichtigt.
FEMNET hat die indische NRO Cividep unterstützt, im Rahmen eines ersten Pilotprojekts in 2015 ein Musterbeispiel für qualifizierte Krippen zu realisieren.
Bonn. Am 30. Juni 2016 entscheidet der Bonner Stadtrat über den Umbau des Bahnhofsvorplatzes. Nun soll die irische Kette Primark, deren Verkaufskonzept auf Wegwerfmode und Preiskampf basiert, das Erste sein, was Besucherinnen und Besucher von der Stadt sehen. FEMNET fordert den Stadtrat auf, seine Entscheidung bezüglich der Nutzung der neuen Flächen zu überdenken und sich auf eine wirklich zukunftsweisende und faire Stadtplanung zu besinnen.
Im Fokus der Aktivitäten von FEMNET stehen Menschen- und Frauenrechte in der weltweiten Textilindustrie. Vor allem im globalen Süden, wo ein Großteil der westlichen Kleider genäht wird, sind die Beschäftigten überwiegend weiblich – und den dort herrschenden autoritären und repressiven Produktionsstrukturen oft hilflos ausgeliefert.
So freut sich auch der FEMNET-Vorstand auf die Zusammenarbeit mit dem Bonn Sustainability Portal: „FEMNET kämpft für faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Neben unserer politischen Arbeit und der Auseinandersetzung mit Unternehmen möchten wir Verbraucherinnen und Verbraucher zu einem maßvollen, achtsamen und verantwortungsbewussten Konsum anregen. Wir sind überzeugt, dass diese Themen bei jeder Bevölkerungsgruppe und in allen Lebens- und Wirkungsbereichen diskutiert werden müssen. Daher freuen wir uns auf die Partnerschaft mit Bonn Sustainability Portal und auf den Austausch mit Netzwerkpartnerinnen und -partnern und sind gespannt, welche Synergieeffekte sich dabei ergeben.“
Die Frauenrechtsorganisation FEMNET bat ihren Partner Cividep in Indien, Befragungen bei Zulieferfirmen von Hugo Boss in Bangalore durchzuführen. Ergebnis der Befragung von Arbeiterinnen bei zwei Zulieferern von Hugo Boss: Löhne, die nicht zum Leben ausreichen, Überstunden, sexuelle Belästigungen, keine Transparenz.
Von der Fabrik Arvind Mills Ltd, in der 2500 bis 3000 Menschen angestellt sind, bezieht HUGO BOSS seit mindestens einem Jahr Jeans- und Webwaren sowie konfektionierte Waren. Von der zweiten Fabrik Trio Apparels in Bangalore bezieht HUGO BOSS T-Shirts. Beide Fabriken werben auf ihren Webseiten mit Hugo Boss.
Die Ausstellung „Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien“ reist nun schon im zweiten Jahr erfolgreich durch Deutschland. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde für 2016 eine zweite Edition ins Leben gerufen. Somit konnte die Ausstellung bereits seit Anfang dieses Jahres an sieben verschiedenen Orten besucht werden. Eingerahmt in Podiumsdiskussionen, Kleidertauschbörsen, Modenschauen, Messen und vielen weiteren Angeboten genießt die Ausstellung auch 2016 eine hohe Aufmerksamkeit und erreicht verschiedenste Interessenten und Zielgruppen.
Zunächst stellte Ferus-Comelo die Grundzüge des Systems vor: Anwerben von jungen Mädchen zwischen 14 bis 18 Jahren, unbezahlte Überstunden und Schichtarbeit, körperliche Misshandlungen bis hin zu Vergewaltigungen und Bezahlung unter dem staatlich festgelegten Mindestlohn.