In der gestrigen Sitzung des Koalitionsausschusses haben die Parteispitzen von CDU/CSU und SPD beschlossen, den Anwendungsbereich des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) im Rahmen der CSDDD-Umsetzung massiv einschränken zu wollen - ein potentiell rechtswidriger Schritt mit weitreichenden Folgen für den Schutz von Menschenrechten und Umwelt.
Welche Wirkung haben soziale und ökologische Zertifizierungen und Standards tatsächlich auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von Textilarbeiter*innen? Dieser Frage geht eine neue Studie des Bangladesh Institute for Labour Studies (BILS) nach. FEMNET hat die Ergebnisse zusammen mit weiteren Erkenntnissen aus dem laufenden Projektvorhaben in einer ergänzenden Analyse eingeordnet.
Angesichts schwächerer Konsumausgaben und wirtschaftlicher Unsicherheiten hat Hugo Boss seine Strategie angepasst. CEO Daniel Grieder betont den Fokus auf Markenstärkung im Jahr 2026. Nicht gestärkt werden hingegen die Arbeiter*innen in der Lieferkette. Hugo Boss verlässt das wichtige Gebäudeschutzabkommen in Pakistan, in der eigenen Fabrik in der Türkei werden Gewerkschafter*innen entlassen. FEMNET, der Dachverband der Kritischen Aktionär*innen und die Kampagne für Saubere Kleidung erwarten konkrete Antworten auf der morgigen Aktionärsversammlung.
Bonn, Köln, Berlin. Ein fetter Gewinn von 591 Millionen Euro aber: Keine Zahlung von existenzsichernden Löhnen für die Beschäftigten in der Lieferkette, keine Veröffentlichung von Auditprüfergebnissen, keine Nachhaltigkeitsanforderungen an Drittmarken. Zu diesen und weiteren Themen werden FEMNET, der Dachverband der Kritischen Aktionär*innen und die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC Deutschland) kritische Fragen auf der Hauptversammlung von Zalando am 12. Mai stellen.
Zusammen mit 200+ Verbündeten tragen wir das Just Fashion Manifest mit. Wir teilen die Vision eines gerechten Modesystems, das Menschen über Profite stellt.
Mode kann niemals nachhaltig sein, wenn die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, unterbezahlt, überarbeitet und ungeschützt sind. Mode kann niemals gerecht sein, wenn Verschmutzung und Müll die Norm sind. Soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit sind zwei Seiten derselben Medaille. Im Just Fashion Manifest werden Prinzipien für ein gerechtes Modesystem formuliert. Angestoßen wurde das Manifest durch das globale Netzwerk "Clean Clothes Campaign". Die endgültige Fassung wurde am 1. Mai 2026 weltweit veröffentlicht und berücksichtigt Hunderte von Beiträgen, Kommentaren und Standpunkten, u.a. von Beschäftigtenvertretungen der Industrie weltweit.
Die Kampagne für Saubere Kleidung, hat eine aktuelle Stellungnahme zu einem Eckpunktepapier für einen Gesetzentwurf zur erweiterten Herstellerverantwortung veröffentlicht, der Fast-Fashion-Hersteller an den Entsorgungs- und Recyclingkosten beteiligen soll. Ein Textilgesetz muss Ausbeutung und Umweltzerstörung durch die Textilindustrie stoppen!
Das Umweltministerium plant ein Gesetzespaket, das Fast-Fashion-Hersteller an den Entsorgungs- und Recyclingkosten beteiligen soll. Damit setzt es eine Vorgabe der EU um, nämlich die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), die im Oktober 2025 in Kraft getreten ist.
Wie kann die Einbeziehung von Arbeiter*innen in der Textilindustrie von einer theoretischen Pflichtübung zu einer wirksamen, systemischen Praxis werden? Die neue Studie von FEMNET zeigt anhand diverser Praxisbeispiele wie dem Dindigul-Abkommen, wie Unternehmen von symbolischer Konsultation zu wirksamer Mitbestimmung gelangen.
Mit dem europäischen Lieferkettengesetz sollten verbindliche menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten für Unternehmen entlang globaler Lieferketten auf EU-Ebene verankert werden. Nach massivem Lobbydruck wurde die Richtlinie Ende 2025 jedoch deutlich abgeschwächt. Der Überblick zeigt, welche zentralen Elemente erhalten bleiben, welche Wirkung das deutsche Lieferkettengesetz bislang entfaltet hat – und worauf es bei der Umsetzung der CSDDD in nationales Recht nun ankommt.
Mit der heutigen Abstimmung über den Kompromisstext der Trilogverhandlungen hat das EU-Parlament das Omnibus-I-Paket angenommen – und damit eine massive Abschwächung der EU-Lieferkettenrichtlinie beschlossen.
Die Initiative Lieferkettengesetz kritisiert diesen Beschluss aufs Schärfste. Mit dem heute im Parlament angenommen Gesetzespaket wird das EU-Lieferkettengesetz, ein Meilenstein zum Schutz von Menschenrechten, Umwelt und Klima, in wesentlichen Elementen entkernt, bevor es überhaupt in einem einzigen EU-Mitgliedsland umgesetzt werden konnte.