Bereits vor der Coronakrise gab es zahlreiche Fälle von Kinderarbeit im globalen Süden. Nun hat sich die Situation noch einmal verschärft. Viele Kinder arbeiten für geringe Cent-Beträge, um ihre durch die Pandemie in Not geratene Familien zu unterstützen. Die UN erklärte 2021 zum internationalen Jahr zur Abschaffung von Kinderarbeit. Um dies zu erreichen, müssen auch große Modeunternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen.
Am 5. Juni 2021 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins statt. Neben der Durchführung satzungsrelevanter Aufgaben wie der Berichtspflicht gegenüber den Mitgliedern und der Entlastung des Vorstands wurde über aktuelle Probleme und Herausforderungen der globalen Bekleidungsindustrie diskutiert. Außerdem gab es spannende Vorträge von Professorin Frau Dr. Monika Eigenstetter und Gewerkschafterin Khaing Zar. Die Vorstandsvorsitzende Frau Dr. Burckhardt und ihre Stellvertreterin Christine Pflüger wurden auf zwei weitere Jahre in ihrem Amt bestätigt. Die Mitgliederversammlung fand ein weiteres Mal im virtuellen Raum statt, mit insgesamt 28 der über 160 Mitglieder.
Unternehmen in Deutschland setzen sich zunehmend ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Das gilt für ökologische Ziele wie der Klimaneutralität, ebenso für soziale Ziele wie der Vorbereitung auf das Lieferkettengesetz.
Nachhaltigkeit steht längst im Fokus der Unternehmen, regulatorisch wie gesellschaftlich wachsen die Anforderungen. Mittlerweile gehört das Beschaffungsmanagement für viele Unternehmen zum Bestandteil verantwortungsvollen Handelns. Denn der Einkauf verfügt über eine enorme Hebelwirkung. Er ist Multiplikator, der das Wirtschaften von Lieferanten, aber auch des eigenen Unternehmens verändern kann und einen Mehrwert für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft leistet.
Beim digital talk „Mehr Nachhaltigkeit für Arbeitskleidung, Werbeartikel und Co: Textilien öko-fair einkaufen“ am 20. Mai 2021, zu dem FEMNET und der Global Nature Fund eingeladen hatten, stand daher der verantwortungsvolle Textileinkauf im Mittelpunkt.
Indien ist derzeit das weltweit am stärksten vom Coronavirus betroffene Land. Die hohen Fall- und Todeszahlen und die dadurch verhängten Lockdowns haben schwerwiegende Auswirkungen auf die Textilarbeiter*innen. Laut FEMNETs Partnerorganisationen stehen diese unter einer hohen psychischen Belastung. Zudem sind sie aufgrund ihrer Arbeits- und Wohnsituation einem erhöhtem Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Die Restriktionen führen auch zur Häufung von Kinderarbeit.
Pressemitteilung der Kampagne für Saubere Kleidung vom 20.05.2021
Am 15. Mai 2013, nur wenige Wochen nach dem Rana-Plaza-Einsturz, bei dem mindestens 1.134 Menschen ums Leben kamen, unterzeichneten Marken und Einzelhändler zusammen mit Gewerkschaften das Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch (Accord). Dieses bahnbrechende, rechtsverbindliche Abkommen läuft in 10 Tagen, am 31. Mai 2021, aus, nachdem das Programm in den vergangenen acht Jahren 1.600 Fabriken für über zwei Millionen Bekleidungsarbeiter*innen sicherer gemacht hat. Die Kampagne für Saubere Kleidung Deutschland fordert die 200 Marken und Einzelhändler, die derzeit Unterzeichner des Accord sind, darunter auch die Otto Group auf, ein neues rechtsverbindliches Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen.
Die Treaty Alliance Deutschland hat ihren Flyer zum UN-Treaty aktualisiert. Darin wird die Notwendigkeit beschrieben, neben dem Lieferkettengesetz in Deutschland auch den Prozess der Vereinten Nationen für ein Abkommen zu unterstützen, das weltweit verbindliche Regeln zu Wirtschaft und Menschenrechten umsetzen soll. Zudem werden Möglichkeiten aufgezeigt, was jede*r Einzelne dafür tun kann.
Gemeinsame Pressemitteilung von FEMNET und dem Dachverband Kritische Aktionäre
Anlässlich der bevorstehenden Hauptversammlung von Zalando am 19. Mai 2021 stellt Gisela Burckhardt, Aktionärin und Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation FEMNET, kritische Fragen an den Online-Händler.
Klimaneutralität, Klimaschutz und das 1,5 Grad-Ziel bestimmen die nationale und internationale Politik. Die Auswirkungen der Fast Fashion Industrie auf Umwelt und Klima werden in diesem Zusammenhang allerdings nur selten kritisiert. In den neuen Bildungsmodulen für Schulen und Hochschulen möchte FEMNET die Klimafolgen der Textilindustrie beleuchten und solidarische, klimafreundliche Handlungsalternativen erarbeiten.
Gemeinsame Pressemitteilung von FEMNET und dem Dachverband Kritische Aktionäre
Zur kommenden Hauptversammlung von Hugo Boss am 11. Mai haben FEMNET und der Dachverband der Kritischen Aktionäre dem Modeunternehmen kritische Fragen vorgelegt.
Seit mehr als drei Monaten kämpfen die Menschen Myanmars gegen die Gewaltherrschaft des Militärs. Friedlich Demonstrierende haben innerhalb des Civil Disobedience Movements (CDM) zur „Spring Revolution“ aufgerufen.
Seit Beginn der Machtübernahme durch das Militär am 01. Februar sind laut der AAPP (Assistance Association for Political Prisoners) 759 Zivilist*innen von den Putschisten ermordet worden. Aktivist*innen und Gewerkschafter*innen stehen im Fokus der Verfolgung. Mitte März erklärte das Militärregime eine Reihe von Arbeitsrechts-organisationen für illegal, darunter auch acht Partnerorganisationen der Clean Clothes Campaign. Um Repressalien und Verhaftungen zu entgehen, bleibt den meisten nur der Weg in den Untergrund.
Beim jährlichen Austausch- und Vernetzungstreffen standen die aktuellen „hot topics“ der Beschaffung im Vordergrund: Lieferkettengesetz, Strategieentwicklung sowie Erfahrungen mit den Kosten einer nachhaltigen Beschaffung.
Gemeinsame Pressemitteilung von Global Nature Fund (GNF) und FEMNET
Eine Befragung von Global Nature Fund (GNF) und FEMNET zeigt: Unternehmen benötigen mehr Informationen über nachhaltige Textilbeschaffung. In einer digitalen Talkrunde am 20. Mai stellen die Organisationen die Ergebnisse vor und präsentieren Unternehmen Vorschläge für effektives Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Textilien, die sie gemeinsam im Projekt FAIR WEAR WORKS erarbeitet haben.